Unwritten

 

wann fing es genau an? ich weiß es nicht. mit 13 die erste flasche bier und rotwein, billiger fusel in tetrapaks. im urlaub auf sardinien, sommer '06. silvester '06/'07 der erste vollrausch, alkoholvergiftung. dann immer so weiter. ich lernte neue leute kennen und dann begann die ganze misere. jeden freitag mit geliehenem perso in unseren lieblingsclub und ausgelassen feiern, am besten bis morgens um 6. meinen eltern erzählte ich von dvd-abenden bei freundinnen und freitagen im kino mit anschließender übernachtung bei freundin xy. schließlich kam meine mutter dahinter, doch es war ihr egal. schließlich konnte ich ihr nun erzählen wo ich hinging, sie glaubte mir, sie vertraute mir.
im herbst '07 bekam ich die kurve, trennte mich von meinen freunden, doch so ganz ließ ich diese impulsive zeit nicht hinter mir und stürzte mich in den reitsport. mein aussehen wurde immer konventioneller, ich immer einsamer. silvester '07/'08 fuhr ich spontan mit einer früheren freundin nach münchen. wieder der totale absturz.
ab da begann alles von vorne. ich kehrte in meinen alten freundeskreis zurück, lernte auch jede menge neue leute kennen. wieder jeden freitag losgezogen um zu feiern. wenn nicht im stammclub, dann eben saufen in der altstadt.
kurz vor den osterferien ging es richtig los. jeden freitag in unserem stammclub, zuerst erlaubte meine mutter es, doch dann gab es einen heftigen streit: bis zu meinem 16. geburtstag durfte ich nicht mehr dorthin. aber mir war es egal. jeden freitag ließ ich mir eine ausrede einfallen und ging mit gefälschtem ausweis trotzdem feiern. ich lernte mehr und mehr neue leute kennen: m., meinen freund, kiffer aus leidenschaft. und auch c. ein jahr jünger als ich, doch schon voll in der szene. durch sie geriet ich zum ersten mal in kontakt mit extasy.
was soll ich sagen, es gefiel mir.
nach 5 tagen stress und ärger im alltag à la "tu mehr für die schule", "wo ist dein ehrgeiz? wenn du turniere reiten willst musst du mehr tun!" und "deine einstellung ist das allerletzte, du faules stück!" war es das allerheiligste für mich durch die freitagnacht zu schweben, mich gut zu fühlen und alles und jeden lieb zu haben. extasy und pep gehörten zu meinem alltag.
ich habe mehrere pfunde verloren und die komplimente werden immer mehr. mein selbstbewusstsein blüht auf.


und wie ist es jetzt? tja. es ist immer noch teil meines lebens. kokain, pep, extasy. im moment noch nur beim feiern, doch wer weiß schon was kommt? c., die seit 8 monaten schmeißt und kokst, nimmt mittlerweile schon 6 teile auf einmal und das wenn sie mit freundinnen in die stadt geht. NOCH halte ich das für unnötig, ich kann auch so spaß haben.
eine freundin hat mich zur drogenberatungsstelle geschickt. ich bin auf dem besten weg in die abhängigkeit, das weiß ich.
das beste wäre wohl, mich auf alkohol zu beschränken. aber das gibt mir keinen kick mehr.
warum unkontrolliert durch die gegend stolpern wenn du doch so leicht schweben kannst?


 

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